Familiengemeinschaft Freistaat Rhynerberg 1953 e.V.
Familiengemeinschaft Freistaat Rhynerberg 1953 e.V.

Freistaatschronik

Im Jahre 1953 saßen ein paar junge Männer in der Gaststätte Böse auf dem Rhynerberg zusammen und beschlossen, eine politisch und kirchlich unabhängige „Bruderschaft“ ins Leben zu rufen. Die Männer luden alle Bewohner des Rhynerberges zu einer außerordentlichen Sitzung am 28.03.1953 ein, das Gründungsdatum der Familiengemeinschaft „Freistaat Rhynerberg“. Die Gemeinschaft unter dem Vorsitz von Hans Hömberg formulierte ihre Aufgabe mit der Pflege des guten Miteinanders. Josef Kleine hielt im Protokolle folgende Worte des ersten Vorsitzenden fest: „Alle Freistaatsbürger sollen den Hader und die Feindschaft untereinander, falls eine solche bestehen sollte, beseitigen und sich zu einer echten Brudergemeinschaft zusammenschließen“.

Die Familie stand und steht bei der Gemeinschaft „Freistaat Rhynerberg“ im Mittelpunkt. Der Zweck der Gemeinschaft ist die Pflege der familiären Zusammenarbeit und die Durchführung gesellschaftlicher Veranstaltungen. So fand am 01.08.1953 unser erstes Kinderschützen- und Sommerfest statt, welches auch weiterhin jährlich mit großer Resonanz gefeiert wird. Da man damals wie heute ohne Gewehre auskommen wollte, wird der Schützenvogel von den Jungen und Mädchen des Vereins mit Holzkeulen abgeworfen. Während des Festumzuges werden die über 80jährigen Vereinsmitglieder von allen Kindern besucht und vom Kinderkönigspaar beschenkt.

Beim Sommerfest der Erwachsenen, das am selben Wochenende gefeiert wird, werden König oder Königin ermittelt, indem man eine am „Galgen“ hängende Holztaube auf eine überdimensionale Zielscheibe wirft. Der Einstich, den sie hinterlässt wird mit einer Nummer gekennzeichnet. Anlässlich des Frühschoppens am Sonntag sticht dann die amtierende Königin mit verbundenen Augen ein Loch in die Rückseite der Scheibe. Derjenige, der dem Einstich am nächsten ist, wird zum neuen König oder zur neuen Königin proklamiert.

Neben dem Kinderschützen- und Sommerfest gab und gibt es viele weitere Aktivitäten der Familiengemeinschaft. So wurden Maiwanderungen und Grillabende veranstaltet, oder auch zünftig Karneval gefeiert. Seit vielen Jahren Tradition sind nun schon die Nikolausfeiern, bei denen die Freistaatskinder dem Nikolaus Musik oder Gedichte vortragen, auch wenn die Mama oder der Papa mal hilfreich zur Seite stehen müssen. Aber wenn man hinterher die Nikolaustüte und den Stutenkerl in den Händen hält, ist alle Aufregung schnell vergessen. Beim Einzug und in der Pause sorgt eine Abteilung des Fanfarenzuges für den musikalischen Rahmen.

Ebenso fester Bestandteil des Vereinskalenders ist seit vielen Jahren das Skat- und Doppelkopfturnier in den Wintermonaten. Gespielt wird von November bis März an einem Sonntag im Monat. An jedem Spieltag wird ein Tagessieger ermittelt und ein Vereinsmeister am Ende der Spielzeit.

Seit 1999 nehmen wir auch jährlich am „Rhynern-Cup“ im Rahmen der Sportwerbewoche des SV Westfalia Rhynern teil. Im Jahr 2011 gelang dort der erste Erfolg!

Wie man sieht, ist die Familiengemeinschaft „Freistaat Rhynerberg“ auch nach 50 Jahren noch immer eine lebendige Gemeinschaft, an der Jung und Alt gleichermaßen teilhaben.

Und nun die Erklärung, warum der Begriff „Freistaat“ in den Vereinsnamen aufgenommen wurde:
Zur Gründungszeit des Vereins gehörten die Gemeinden Rhynern und Westtünnen dem Landkreis Unna an. Der Rhynerberg gehörte dabei politisch zu Westtünnen, kirchlich und schulgemeindlich aber zu Rhynern. So kam es, dass die Bürger/innen des Rhynerbergs mit damals 50 Familien sich sowohl von den Gemeindevertretern Westtünnens, als auch von den Amtsträgern in Rhynern vernachlässigt fühlten und sich deshalb zum „Freistaat“ erklärten. Durch das Gesetz zur kommunalen Neugliederung der Gemeinden des Kreises Unna vom 19. Dezember 1967 ist der Ortsteil Rhynerberg mit Wirkung vom 01. Januar 1968 der Gemeinde Rhynern zugeordnet worden.

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